Lernen im Projekt (LiP)

Was ist das Fach Lernen im Projekt (LiP)?

„Bildung muss heute Potentialentfaltung sein. Wissensvermittlung stellt lediglich den Rohstoff bereit. Erst die Potentialentfaltung bestimmt was jeder Mensch daraus kreativ gestalten kann.“

Margret Rasfeld, Mitgründerin von Schule im Aufbruch und Leiterin der Evangelischen Schule Berlin Zentrum

Als Mitglied der Initiative und des Netzwerks Schulen im Aufbruch versteht sich die Nelson-Mandela-Gesamtschule als  Ort, an dem sich die Heranwachsenden wohlfühlen und der neben Wissensvermittlung zum selbstständigen Denken und Handeln einlädt.

Mit der flächendeckenden Einführung des Faches „Lernen im Projekt“ in der Sekundarstufe I ab dem Schuljahr 2019/2020 haben wir neben den Lernbüros eine weitere wichtige Säule im Konzept des selbstgesteuerten Lernens verankert.

Das Lernen im Projekt bietet einen Gegenpol zum Lernbüro, in dem das ICH und die Erarbeitung individualisierter Aufgaben und Themen im Vordergrund stehen. Im Lernen im Projekt trainieren die Heranwachsenden im Besonderen ihre kommunikativen, sozialen und kreativen Kompetenzen und können die im Lernbüro erworbenen Basiskompetenzen in einer praxisorientierten Anwendung und Vertiefung einsetzen.

Das Fach Lernen im Projekt verknüpft Fachinhalte verschiedener Fächer zu ganzheitlichen Themen und beleuchtet diese aus unterschiedlichen Perspektiven. Die Heranwachsenden arbeiten in Kleingruppen an einer selbstgestellten Fragestellung. Somit ist nicht das Konsumieren von vorgefertigten Inhalten, sondern die eigenverantwortliche Auseinandersetzung mit selbst bestimmten Themen das Ziel von Lernen im Projekt.

Eine wesentliche Maxime des Lernens im Projekts ist das WIR,  die Herausforderung der Arbeit in Gruppen, durch die die Heranwachsenden auf die Ansprüche der modernen Berufswelt vorbereitet werden sollen. Sowohl Teamfähigkeit, als auch die Fähigkeit der Strukturierung von Arbeitsprozessen auf eine am Ende liegende (Produkt-) präsentation, werden im Lernen im Projekt immer wieder durchlaufen und optimiert. Dabei erwerben die Heranwachsenden über die Jahre eine Vielzahl an soft skills, die sie auf ihr späteres Berufsleben vorbereiten: Forscherfragen entwickeln, Probleme erkennen und Lösungsstrategien erarbeiten, Krisen im Team überstehen, Präsentationstechniken kennenlernen, Kooperationsbereitschaft und die Fähigkeit Kompromisse einzugehen, den Umgang mit Kritik zu üben und den Dialog mit den Mitschülern aufrechtzuerhalten.

Ein Projekt ist in der Regel für einen Zeitraum von ca. 6-8 Wochen angelegt und gliedert sich dabei in die folgenden 5 Phasen:

1. Einstiegsphase: Von der Projektinitiative bis zum Projektthema

2. Planungsphase: Von der Projektplanung bis zur Projektmappe

3. Durchführungsphase: Von der Recherche bis zur Meilensteinsitzung

4. Präsentationsphase: Ergebnispräsentation, Aktion

5. Reflexionsphase: Reflexion, Dokumentation, Evaluation, Bewertung

Die Heranwachsenden reflektieren, dokumentieren und präsentieren ihre Arbeit und übernehmen für diese und für die ihrer Gruppe Verantwortung. Projektarbeit ist keine Instruktion durch den Lehrer, die die Heranwachsenden durch anschließende Übung und Vertiefung zu einer vorher festgelegten Lösung zu erfüllen versuchen.

Das problemorientierte Arbeiten verlangt von der Lehrkraft ein hohes Maß an Flexibilität, Vertrauen und Bereitschaft zu einem ergebnisoffenen Prozess.

Die Lehrkraft begleitet und unterstützt die Heranwachsenden bei ihrem Vorhaben.

Sie sorgt für die zeitlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen, gibt methodische Anregungen, berät  (Hilfe zur Selbsthilfe), gibt Rückmeldung zum Prozess und zum Ergebnis.

Lernen im Projekt findet in der Regel im Klassenverband statt. Die Jahrgangsteams können diesen Rahmen je nach Thema auch öffnen, sollte sich ein klassenübergreifender Rahmen anbieten. Die Projektgruppen entstehen aus den Interessen der Heranwachsenden.

Die Lernbegleiter des Projekts setzen sich aus den Tutoren und den Lehrkräften aus den einfließenden Fächern  (GL/NW/KU/MU/SP/PP/AL) zusammen.

Die Oberthemen entstehen aus den curricularen Vorgaben der einfließenden Fächer und den Zielen der Global goals.

Kurzcurriculum  Lernen im Projekt

Die Projektmappe begleitet und dokumentiert das Projekt und wird von jedem Heranwachsenden individuell angefertigt und bewertet.

Meilensteinsitzungen sind Treffen in denen die Projektgruppen ihre Zwischenergebnisse der Klasse vorstellen und sie anschließend von ihren MitschülerInnen und Lernbegleitern für die weitere Arbeit beraten werden. Diese finden in der Regel in der Durchführungsphase des Projekts statt.

Die Projektstunden liegen meistens im Block und in Randstunden, damit genügend Zeit ist sich zu vertiefen und auch außerschulische Lernorte besucht werden können. Bei der Präsentation der Projekte steht die lobende Feedback-Kultur, sachliche Kritik und Wertschätzung im Vordergrund. Die Heranwachsenden präsentieren ihre kreativen Ergebnisse in Form von Skulpturen, Aufführungen, Videos, Vorträgen, Präsentationen, … ihren Mitschülern und Lernbegleitern sowie weiteren Interessierten.