Inklusion

Inklusionskonzept der Nelson-Mandela-Gesamtschule

Inhaltsverzeichnis

1      Leitbild

2      Schulorganisation

2.1     Aufnahme von Schülerinnen und Schülern

2.2     Personaleinsatz

2.3     Arbeit im Team

2.4     Übergang aus der Primarstufe

2.5     Räumlichkeiten

3      Unterricht

3.1     KlassenlehrerInnenprinzip

3.2     Unterrichten im Team

3.3     Spezielle Aufgaben

3.4     Methoden

4      Kooperation der Pädagoginnen und Pädagogen

5      Kooperation der Schülerinnen und Schüler

6      Elternarbeit

7      Zeugnisse, Beurteilungen und Abschlüsse

8      Förderplanung und Diagnostik

 

1         Leitbild

Die Nelson-Mandela-Gesamtschule versteht sich als inklusiv arbeitende Schule. Als eine solche Schule zeigen wir die Absicht, allen SchülerInnen und MitarbeiterInnen die gleiche Wertschätzung und Akzeptanz entgegen zu bringen.

Der Aufbau einer Gemeinschaft, in der inklusive Werte und Strukturen verankert und fest etabliert sind, bleibt durchgängig das Ziel.

Wir versuchen Unterricht, Lernprozesse und Schulstrukturen weiterzuentwickeln, so dass die Reduzierung von Barrieren in Bildung und Erziehung im Vordergrund steht.

Hierbei wollen wir die Möglichkeiten kooperativer Lernformen nutzen, die schülerorientiertes, eigenständiges und selbstgesteuertes Lernen beinhalten und den LehrerInnen den nötigen Raum geben, SchülerInnen individuell zu beobachten, zu unterstützen und zu bewerten. Ein solches Lernarrangement ermöglicht die Einbindung aller SchülerInnen nach ihren individuellen Fähigkeiten.

Unterschiede werden als Chance für das gemeinsame Lernen betrachtet und als Profit und Bereicherung für die gesamte Schülerschaft gesehen.

Im Vordergrund steht immer das Bestreben, alle SchülerInnen auf ihrem individuellen Niveau und in ihrem persönlichen Tempo zu fördern.

2         Schulorganisation

2.1       Aufnahme von Schülerinnen und Schülern

Da wir uns als eine Schule für alle betrachten, haben wir keine Einschränkungen bezüglich der Förderschwerpunkte der SchülerInnen.

Um den individuellen Bedürfnissen aller SchülerInnen gerecht zu werden und damit die Unterschiedlichkeit der Schülerschaft als Bereicherung für die Entwicklung aller genutzt werden kann, achten wir auf eine Ausgewogenheit in der Vielfalt der Schülerschaft.

Unser Schulgebäude ist nicht barrierefrei. Die einzelnen Räume sind nur über Treppen erreichbar.

2.2       Personaleinsatz

In den Inklusionsklassen ist neben den RegelschullehrerInnen verstärkt eine Förderschullehrerkraft eingesetzt. Der Unterricht findet stundenweise in Doppelbesetzung statt.

Die FörderschullehrerInnen sind idealerweise einem Jahrgangsteam zugeordnet, sind selbst Mitglied eines Klassenleitungsteams und können neben dem schwerpunktmäßigen Tätigkeitsfeld in den Inklusionsklassen auch in den weiteren Klassen des Jahrgangs eingesetzt werden.

2.3       Arbeit im Team

In regelmäßigen Fachkonferenzen und Teamsitzungen tauschen sich die LehrerInnen über Classroom-Management, Stundeninhalte, Differenzierungsangebote, Möglichkeiten der didaktischen Reduktion des Regelschulstoffes, zieldifferente Förderung, die didaktisch-methodische Umsetzung der Themeninhalte sowie Methoden zur Förderung sozial-emotionaler Prozesse aus. Alle Beteiligten fühlen sich verantwortlich für die Entwicklung der Regel- wie auch der FörderschülerInnen.

2.4       Übergang aus der Primarstufe

Mit den SonderpädagogInnen der Grundschulen sowie den KlassenlehrerInnen versuchen wir bereits vor dem Übergang auf unsere Schule ins Gespräch zu kommen, um die (sonderpädagogische) Förderung der Grundschule an der Gesamtschule möglichst optimal fortsetzen zu können.

Im Rahmen einer Konferenz im ersten Halbjahr der Klasse 5 findet ein Treffen der ehemaligen LehrerInnen mit den neuen KlassenlehrerInnen statt, bei dem es um einen Informationsaustausch über die Entwicklung der einzelnen Kinder geht.

2.5       Räumlichkeiten

Grundsätzlich findet der Unterricht im inklusiven Setting im Klassenraum oder Fachraum statt. Für die Förderung von Kleingruppen nutzen wir zeitweise auch Differenzierungsräume, die jeder Stufe zur Verfügung stehen.

Seit dem Schuljahr 2015/16 haben wir einen Inklusionsraum neu eingerichtet. Hier finden alle KollegInnen spezielles Material zur Förderung im Unterricht. Der Raum wird aber auch für Kleingruppenarbeit, für Gespräche mit Eltern oder SchülerInnen sowie für Pausenaktivitäten.

3         Unterricht

3.1       KlassenlehrerInnenprinzip

An unserer Schule begleitet ein festes Klassenlehrerteam in der Regel die SchülerInnen von Klasse 5 bis Klasse 10. In den Inklusionsklassen ist der Sonderpädagoge oder die Sonderpädagogin in dieses Team eingebunden.

Das LehrerInnenteam des entsprechenden Jahrgangs deckt alle Fächer ab und begleitet diesen Jahrgang ebenfalls bis zur Klasse 10.

Überwiegend findet die Förderung im binnendifferenzierten Unterricht mit Teamteaching statt.

3.2       Unterrichten im Team

Teamteaching bedeutet an unserer Schule das gemeinsame Vorbereiten des inklusiven Unterrichts, bei dem die SchülerInnen aller Leistunsstufen mit ihren Bedürfnissen im Auge behalten werden. Im Unterricht selbst variiert die Leitung/Assistenz bzw. die Übernahme der verschiedenen pädagogischen und fachlichen Aufgaben je nach Lerngruppe und Team.

3.3       Spezielle Aufgaben

Hauptaufgabe der FörderschullehrerInnen ist die Förderung und Betreuung der SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Darüber hinaus übernimmt die Sonderpädagogin oder der Sonderpädagoge auch Fachunterricht in der Klasse und die FachlehrerInnen und KlassenlehrerInnen übernehmen auch die Förderung, sodass weder für die zu fördernden SchülerInnen noch für die Lehrkräfte ein Sonderstatus entsteht.

Als TutorInnen betreuen die jeweiligen KlassenlehrerInnen ihre SchülerInnen, indem sie regelmäßige Lernberatungen machen.

3.4       Methoden

Der Einsatz moderner Unterrichtsmethoden (wie z.B. kooperativer Lernformen, Lernkompetenztraining) ist notwendig. Auch der Projektunterricht sowie die tägliche Lernzeit, in der in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathe individuell an Modulen gearbeitet wird, spielen hier eine große Rolle.

4         Kooperation der Pädagoginnen und Pädagogen

Inklusiver Unterricht kann nur erfolgreich sein, wenn eine enge Kooperation zwischen den Pädagoginnen und Pädagogen besteht.

5         Kooperation der Schülerinnen und Schüler

Auch die Schülerinnen und Schüler kooperieren miteinander. Das erfordert den Einsatz integrativer Lehrmethoden, insbesondere der Methoden des „Kooperativen Lernens“, da hierdurch die Zusammenarbeit der Schülerinnen und Schüler besonders gefördert wird.

Davon profitieren nicht nur die schwächeren SchülerInnen. Auch leistungsstärkere SchülerInnen trainieren Fertigkeiten wie Verbalisieren, Argumentieren, Darstellen und das Kooperieren in der Gruppe.  In allen Klassen wird an Tischgruppen gearbeitet.

6         Elternarbeit

Wir setzen auf eine gute und intensive Elternarbeit, die die bestmögliche Förderung der jeweiligen Kinder und Jugendlichen zum Ziel hat. Um dies zu erreichen, ist auch das Elternhaus gefragt, unterstützend tätig zu werden. Regelmäßige Elterngespräche helfen, eine Rückmeldung zu geben und gemeinsame Ziele im Sinne der Kindesentwicklung zu verfolgen.

Dies bedeutet u.a.

  • Frühzeitige und umfassende Information über die Arbeit der inklusiven Lerngruppen
  • Enger individueller Austausch, über regelmäßige Gespräche und über Rückmeldungen im Logbuch
  • Einvernehmlichkeit bei Fragen der Benotung bzw. der Erreichbarkeit von Abschlüssen. Diese Vereinbarungen werden in jedem Fall individuell schriftlich festgehalten.

7         Zeugnisse, Beurteilungen und Abschlüsse

Inklusiv zu arbeiten bedeutet u.a. das Recht auf einen gemeinsamen Unterricht. Für die Vergabe von Abschlüssen sind die notwendigen Leistungen zu erbringen. Nicht alle Schülerinnen und Schüler werden dies können, trotz bestmöglicher Förderung.

Grundsätzlich werden alle Schulabschlüsse angeboten, die SchülerInnen verfolgen das Erreichen des Abschlusses ihres entsprechenden Bildungsganges (so z.B. auch den Förderschulabschluss im Bildungsgang Lernen).

8         Förderplanung und Diagnostik

Die Diagnostik dient zunächst der Feststellung der Lernausgangslage der einzelnen SchülerInnen. Darauf aufbauend werden die individuellen Förderpläne erstellt. Diese formulieren die Ziele und Maßnahmen der Förderung.

Die Förderpläne für die SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf orientieren sich an den Bereichen Verhalten, Kommunikation und Sozialisation am Entwicklungstherapeutischen/ entwicklungspädagogischen Lernziel-Diagnose-Bogen (ELDiB). Die Erstellung der Förderpläne findet im Team statt. Die Förderpläne werden regelmäßig fortgeschrieben und mit den Eltern am Elternsprechtag besprochen.